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7. Eintrag: Verteidigung befasst sich mit „Morphometrie“

Zum 6. Hauptverhandlungstag  im Hilton-Verfahren hatte die Verteidigung einen Beweisantrag vorbereitet, der auf die Einholung eines sog. morphometrischen Vergleichsgutachtens ausgerichtet ist. Der Antrag wurde erst jetzt gestellt, weil die Verteidiger in der letzten Woche eine CD mit den Bildern aus dem Hotelfoyer erhalten hatten. Mit Hilfe der Morphometrie können nun Körperformen verglichen werden. Diese Wissenschaft soll hier helfen, den Mitangeklagten Agron B. zu überführen.

Die Verteidigung hatte die CD bereits unmittelbar nach Erhalt an eine ausgewiesene Spezialistin für morphometrische Vergleichsgutachten, Frau Prof. Wittwer-Backofen aus Freiburg, geschickt und am 22.08.2007 die Information erhalten, dass das Bildmaterial grundsätzlich für ein solches Vergleichsgutachten geeignet ist. Insbesondere die Handgeometrie der Person aus dem Hotelfoyer scheint sich für einen Vergleich mit der Person des Mitangeklagten anzubieten. Wenn Agron. B. mitwirken sollte, können auch Erkenntnisse aus einem Nachstellen der Szene im Foyer gewonnen werden.

Eine Kopie des Antrages können Sie hier einsehen.

Das Gericht hat noch nicht über den Antrag entschieden und auch Agron B. hat noch nicht mitgeteilt, ob er bereit ist „mitzuwirken“.

Heute wurden ferner Zeugen aus der Jugendzeit des Daniel C. vernommen. Ferner eine Verwaltungsangestellte aus der JVA Hagen, die einen frühen Aussagewunsch von Daniel C.  aufgenommen und weitergeleitet hatte, die aber auch keinen Hehl daraus machte, dass sie den am letzten Hauptverhandlungstag gehörten Zeugen Edgar. H, ehemaliger Mitgefangener von Daniel C., für problematisch halte. U.a. sprach die Zeugin von  „X“ Gutachten, die dem Zeugen, der nach ihrer Einschätzung in einem schwarz/weiß - Schema denkt und lebt, Persönlichkeitsstörungen attestieren.

Schließlich wurde noch eine frühere Freundin von Daniel C. vernommen, die in zahlreichen Details den Inhalt des Briefes, der zu Beginn des Prozesses dem Gericht von Daniel C. übergeben worden war (wir haben berichtet), bestätigte. Einen Mord oder auch nur einen Tötungsvorsatz würde sie dem früheren platonischen Freund, den sie allerdings mittlerweile hasse, weil er ihr ganzes Leben durcheinander gebracht habe, nicht zutrauen

Nächste Woche werden hauptsächlich die ermittelnden Polizeibeamten vernommen werden.

 

Verfasst von Frau Rechtsanwältin Iris Stuff.

24. August, ©2007, Tim Geißler, Rechtsanwalt, GKS Rechtsanwälte Wuppertal